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"Stammtisch für Arbeitslose" im Fernsehen

Immer am letzten Donnerstag im Monat gibt die Agentur für Arbeit die Arbeitslosen-Statistik bekannt. In dem Zusammenhang berichtete das NDR-Niedersachsen auch über unseren "Stammtisch für Arbeitslose" in Unterlüß.

Der Filmbeitrag kann auch nachträglich im Internet angeschaut werden. Einfach den folgenden Link anklicken: NDR-Fernsehen - Stammtisch für Erwerbslose in Unterlüß



Stammtisch für Arbeitslose

Herzliche Einladung an alle, die in ihrer Situation der Arbeitslosigkeit die Begegnung und das Gespräch mit anderen Betroffenen suchen.

In den letzten Jahren haben sich an verschiedenen Orten Arbeitslose in Selbsthilfe-Initiativen zusammengeschlossen. In Treffpunkten und Diskussionsforen analysieren sie ihre Situation und unterstützen sich gegenseitig. Auch unser Stammtisch ist solch eine Anlaufstelle. Ziel ist es, sich auf der Suche nach einem neuen Job durch Erfahrungen anderer anregen und motivieren zu lassen. Das Gespräch mit anderen Arbeitslose hilft auch, die eigene Isolation zu überwinden und gemeinsam nach Lösungen und Auswegen zu suchen.

In den vergangenen sechs Jahren fand der „Stammtisch für Arbeitslose“ regelmäßig in Unterlüß statt. Im nächsten Jahr geht der Stammtisch aber auf Wanderschaft und trifft sich an verschiedenen Orten in unserer Region:

Donnerstag, 6. Mai 2010, 19.30 Uhr,
Evangelisches Gemeindehaus Faßberg, Am Marktweg

Der Stammtisch ist ein kostenfreies Angebot und der Besuch bedarf keiner vorherigen Anmeldung.

Stammtisch für Arbeitslose


In Unterlüß und Umgebung haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Nicht selten sind finanzielle Probleme, soziale Isolation und das Gefühl von Nutzlosigkeit die Folge. Arbeitslosigkeit verursacht ja auch tief greifende Veränderungen gewohnter Strukturen. Kein Wunder, dass auf Arbeitslosigkeit häufig Ängste und Unsicherheiten folgen. Gemeinsame Gespräche können dieser Hilflosigkeit entgegen wirken. Neue Motivation und Orientierung können sich aus dem Erfahrungsaustausch Betroffener entwickeln. Deshalb laden wir zu einem „Stammtisch“ ein, der diese Gelegenheit zum Gespräch und Erfahrungsaustausch bietet.

Der „Stammtisch“ wird begleitet von Brigitte Siebe, Peter Schreier (Arbeitsstelle für arbeitslose Bürger Celle) und Horst-Peter Ludwigs (Diakonisches Werk Celle). Die Moderation hat Wilfried Manneke (Pastor in Unterlüß).

Mit folgenden Themen beschäftigen wir uns u. a. am „Stammtisch“:

· Wie sieht meine Zukunft aus? - Berufliche Ziel- und Neufindung, Neuorientierung.

· Worauf muss ich achten? - Ämter, Behörden.

· Was sind meine Stärken?

· Wie stärke ich mein Selbstwertgefühl?

· Woher bekomme ich Hilfe?

Unter schützendem Dach gedeiht Motivation

Arbeitslose haben ein bestimmtes Image, von dem sie sich nur schwer freimachen können. Motivation trauen viele ihnen nicht zu. Wir wollen dieser negativen Meinung etwas entgegensetzen und laden zum Stammtisch ein.

Themen:

  • Formen sozialer Hilfe organisieren
  • Stärkung gemeinschaftlichen Handelns
  • Aufklärung über die Veränderungen im Leben von Menschen, die ihren Erwerbsarbeitsplatz verloren haben
  • Zwangloser Gedankenaustausch
  • vieles andere mehr.

Das Vorbereitungsteam setzt sich zusammen aus Pastor Wilfried Manneke, Brigitte Siebe (Beratungsstelle für Arbeitslose im Kirchenkreis Celle) und Horst-Peter Ludwigs (Diakonisches Werk Celle).


Beratungsstelle für Arbeitslose

In unserer Region verlieren zur Zeit besonders viele Menschen ihren Arbeitsplatz. Eine beträchtliche Anzahl von ihnen wohnt in Unterlüß. Sie sind Mitglieder in der Feuerwehr oder im Schützenverein. Es sind Eltern, Alleinerziehende, Verwandte, Freunde und Nachbarn. Sie sind uns als Verkäuferinnen oder Verkäufer bekannt, Käuferinnen und Käufer und ...

Verlieren wir sie nicht aus den Augen und aus dem Herzen! Nicht messbar ist das persönliche Lebensdrama, das sich hinter jederm einzelnen Arbeitslosen verbirgt. Aus dem Arbeitsmarkt aussortiert wie ein angeschlagener Topf, mit 45 Jahren schon zu alt, um einen neuen Job zu finden, oder nach Schule oder Ausbildung erst gar keinen Arbeitsplatz zu bekommen, das ist hart. Da ist es schwer, als Betroffener nicht zu verzweifeln.

... und was ist, wenn es mich trifft?

Wer vorbereitet ist, geht mit der eigenen Erwerbslosigkeit besser um. Existenzielle Zusammenbrüche und Isolation müssen nicht zwangsweise auf Arbeitslosigkeit folgen. Die Beratungsstelle für Arbeitslose in Celle Stadt und Land holft Betroffenen ganz individuell mit Auskünften, Sozialberatung, bei Bewerbungen, Anträgen und in allen Situationen, die mit Arbeitslosigkeit zu tun haben.

Wir dürfen arbeitslose Menschen nicht alleine lassen



Pastor Wilfried Manneke gründete im Dezember 2003 den Stammtisch für Arbeitslose.

Stammtisch für Arbeitslose gibt Hilfe zur Selbsthilfe.

Als vor sieben Jahren in Unterlüß mit einem Schlag 252 Menschen ihre Arbeit verloren, wusste Pastor Wilfried Manneke, dass man auf diese dramatische Entwicklung reagieren muss. Er rief in seiner Gemeinde einen Stammtisch für Arbeitlose ins Leben und erhielt für diese Idee viele positive Rückmeldungen. Manneke: „Die Bürger bei uns finden es wichtig und richtig, dass sich die Kirche im Ort bei diesem wichtigen Thema einbringt.“

Auf der Tagesordnung des Stammtisches steht vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe. Der Unterlüsser Pastor lädt regelmäßig Fachleute aus diakonischen Einrichtungen des Kirchenkreises ein, etwa Brigitte Siebe von der Beratungsstelle für arbeitslose Bürger. Brigitte Siebe erläutert bei Bedarf Behördenscheiben, hilft bei Bewerbungen oder berät Betroffene ganz individuell in allen Situationen, die mit Arbeitslosigkeit zu tun haben. Und Horst-Peter Ludwigs vom Diakonischen Werk Celle gibt wertvolle Hinweise, wenn Arbeitslose in die Schuldenfalle geraten sind.

Neben diesen praktischen Tipps können aber auch die gemeinsamen Gespräche über die Erfahrungen mit der Arbeitslosigkeit weiterhelfen. „Wichtig ist mir“, so Pastor Manneke, „dass arbeitslos gewordene Frauen und Männer ihr Schicksal nicht nur als individuelles Problem sehen oder sich selbst die Schuld für ihre Situation geben. Arbeitslosigkeit kann heute jeden treffen, die Verkäuferin, die bei Karstadt ihre Anstellung verliert ebenso wie den Ingenieur, der plötzlich auf der Straße steht und nicht mehr weiß, wie er sein Eigenheim abbezahlen soll.“

So ist es dem Unterlüsser Pastor auch in seiner Arbeit als Seelsorger ein Herzensanliegen, offen mit dem Thema Arbeitslosigkeit umzugehen, denn häufig ist der Verlust des Arbeitsplatzes auch mit sozialer Isolation verbunden. „Wer regelmäßig zur Arbeit gehen kann, wird kaum ermessen können, wie sich jemand fühlt, der mit 45 Jahren aus dem Arbeitsmarkt aussortiert wurde und fürchten muss, nie wieder eine Anstellung zu finden. Das ist hart. Darum macht es mich wütend, wenn in der Politik oder in den Medien der Eindruck vermittelt wird, die meisten arbeitslosen Menschen seien nur zu faul zum Arbeiten!“

Durch den guten Kontakt zur Agentur für Arbeit in Celle gelingt es den Verantwortlichen des Stammtisches durchaus, arbeitslosen Teilnehmern der Runde eine neue Arbeit zu vermitteln. Nicht immer sind es reguläre Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt, manchmal sind es auch Arbeitsplätze, die auf dem Kombilohnmodell basieren. Dahinter verbirgt sich eine gemeinnützige Arbeit, die von der Agentur für Arbeit gefördert wird. Der Stammtisch für Arbeitslose wird seit Mai letzten Jahres auch in Eschede angeboten.

... und was ist, wenn es mich trifft?

Wer vorbereitet ist, geht mit der eigenen Erwerbslosigkeit besser um. Existenzielle Zusammenbrüche und Isolation müssen nicht zwangsweise auf Arbeitslosigkeit folgen.

Nicht selten sind finanzielle Probleme, soziale Isolation und das Gefühl von Nutzlosigkeit die Folge. Arbeitslosigkeit verursacht ja auch tief greifende Veränderungen gewohnter Strukturen. Kein Wunder, dass auf Arbeitslosigkeit häufig Ängste und Unsicherheiten folgen. Gemeinsame Gespräche können dieser Hilflosigkeit entgegen wirken. Neue Motivation und Orientierung können sich aus dem Erfahrungsaustausch Betroffener entwickeln. Deshalb laden wir zu einem „Stammtisch“ ein, der diese Gelegenheit zum Gespräch und Erfahrungsaustausch bietet.

Mit folgenden Themen beschäftigen wir uns u. a. am „Stammtisch“:

· Wie sieht meine Zukunft aus? - Berufliche Ziel- und Neufindung, Neuorientierung.

· Worauf muss ich achten? - Ämter, Behörden.

· Was sind meine Stärken?

· Wie stärke ich mein Selbstwertgefühl?

· Woher bekomme ich Hilfe?

 

Pastor Uwe Schmidt-Seffers (Öffentlichkeitsbeauftragter des Ev.-luth. Kirchenkreises Celle)

 


Stammtisch für Arbeitslose in Unterlüß

In die Tat umsetzen, wovon wir sonntags in der Kirche reden - so sagt es Pastor Wilfried Manneke aus Unterlüß und so initiierte er vor fünf Jahren einen Stammtisch für Arbeitslose, weil in Unterlüß gerade auf einen Schlag 238 Menschen ihre Arbeit verloren hatten. An jedem ersten Donnerstag im Monat treffen sich seitdem 8 bis 14 Menschen, die meisten Männer, im Gemeindehaus.

Auf der Tagesordnung steht Hilfe zur Selbsthilfe und Wertschätzung. Konkrete Angebote kommen nicht zu kurz. So sind regelmäßig Fachleute aus diakonischen Einrichtungen des Kirchenkreises ansprechbar. Beispielsweise wirft Brigitte Siebe von der Beratungsstelle für arbeitslose Bürger einen Blick auf Behördenschreiben. Oder der Schuldnerberater gibt wesentliche Hinweise. Der Stammtisch lädt auch Referenten ein. "Wir hatten Vertreter der Agentur für Arbeit genauso da wie Lokalpolitiker", berichtet Manneke.

"Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Die Bürger bei uns finden es wichtig und richtig, dass sich die Kirche und eben die Kirchengemeinde im Ort bei diesem wichtigen Thema einbringt." Der Stammtisch soll künftig auch in Nachbargemeinden stattfinden.

Dieser Artikel ist erschienen in Diakonie-News 1/2008, Zeitschrift des Ev.-luth. Kirchenkreises Celle.

 

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